Nine - von M. Schwarz


Filmstart: 25.2.
Regie: Rob Marshall;
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Penélope Cruz, Marion Cotillard, Nicole Kidman u.a.

In Deutschland kennt das Stück kaum einer, am Broadway und in London dagegen ist es seit Jahren ein Renner: "Nine", das Musical basierend auf Federico Fellinis Klassiker "8 1/2" von 1963. Nun hat Musicalspezialist Rob Marshall ("Chicago") das Stück zum Film wieder für die Leinwand adaptiert. Im Mittelpunkt des Geschehens: der italienische Starregisseur und Fellinis Alter ego Guido Contini (auf der Bühne gespielt von Raul Julia oder Antonio Banderas, hier nun von Daniel Day-Lewis). Die gesamte Journaille lechzt nach dem angekündigten neuen Film des gefeierten Filmemachers. Doch Coldini befindet sich in einer tiefen Sinnkrise. Dabei wird ihm alles so leicht gemacht wie möglich, Dutzende Helferlein kümmern sich um alles, und die Frauen umschwirren Contini wie Motten das Licht. Das ist zuerst Continis schöne Ehefrau Luisa (Marion Cotillard, "La vie en rose"), die von den Allüren ihres Gatten gestresst ist. Da ist Continis Geliebte, die erotische Carla (Penélope Cruz), die dem Meister ganz schön auf die Pelle rückt. Da ist Continis Mamma (Sophia Loren), die ihn in Traumsequenzen begleitet. Und da ist neben der Muse Claudia Jenssen (Nicole Kidman als Alter ego von Anita Ekberg) und die kluge Ratschläge gebende Kostümbildnerin Lilli (Dame Judy Dench) auch die aufreizende Journalistin Stephanie (Kate Hudson).

Großartige Settings, tolle Choreografien, ein Rausch der Sinne – für Musicalfans ist "Nine" ein Fest, auch dank der einzigartigen Besetzung mit jeder Menge weiblicher Topstars und einem Daniel Day-Lewis, der (in der Originalfassung) ein hinreißendes Englisch mit italienischem Akzent spricht. Doch für alle anderen entwickelt sich das Zwei-Stunden-Werk zu einer zähen Angelegenheit. Das liegt nicht nur an kaum ohrwurmtauglichen Songs, sondern vor allem an der Handlung. Denn die besteht im Wesentlichen aus dem Zögern eines Mannes. Hier tut sich abgesehen von schmissig inszenierten Selbstdarstellungen schöner Frauen nicht viel. Was ja nicht weiter verwundert bei einer Geschichte über einen Filmregisseur in der Schaffenskrise. Aber das Auge, das bekommt so einiges geboten. www.nine.senator.de

Martin Schwarz

http://www.nine.senator.de

Stand: 11.2.2010

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